07.04.2016STEAG New Energies baut Energiezentrale für FORD Saarlouis

Lieferung von fünf Blockheizkraftwerken // STEAG-Tochter investiert über 20 Millionen Euro in Kraft-Wärme-Kopplung // langfristiger Versorgungsvertrag // Integration in Fernwärmeschiene Saar


Gerade wird das zweite von insgesamt fünf BHKWs im FORD-Werk Saarlouis geliefert.
Foto: Thomas Seeber/STEAG New Energies

Saarbrücken/Saarlouis. STEAG New Energies (SNE) optimiert die Energiezentrale des Ford-Werkes in Saarlouis. Zukünftig sollen fünf Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer Gesamtleistung von 20 MW Heizwärme und 22 MW elektrischer Energie für das Werk produzieren. In dieser Woche werden die BHKW angeliefert. Die neue Energiezentrale soll Ende 2016 in Betrieb genommen werden. Das Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von über 20 Millionen Euro steht im Mittelpunkt eines umfassenden Energiekonzepts, mit dem SNE und Ford gemeinsam die dezentrale Versorgung des Werks mit Strom und Wärme optimieren. Der Saarbrücker Energie-Dienstleister übernimmt bei diesem Projekt nicht nur die Planung, den Bau und die Finanzierung der Energieversorgung, auch die Betriebsführung und Überwachung der Anlagen erfolgen ferngesteuert über die Zentralstation des Unternehmens in Saarlouis.

Energiekosten und Klimaverträglichkeit sind wesentliche Standort- und Wettbewerbsfaktoren. Mit dieser neu konzipierten Anlage kann Ford den CO2-Ausstoß am Standort Saarlouis um rund 20 Prozent reduzieren und auch die Energiekosten erheblich senken. Bereits seit 1986 beliefert der Fernwärme-Verbund Saar GmbH (FVS), ein Tochterunternehmen der STEAG, das Ford-Werk Saarlouis mit Wärme aus der Fernwärmeschiene Saar. „Die STEAG New Energies ist auf maßgeschneiderte Energiekonzepte spezialisiert“, erläutert Dirk Klingen, Sprecher der Geschäftsführung der STEAG New Energies, und ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir das Werk in den nächsten Jahren bei der Optimierung seines Energiekonzepts unterstützen dürfen. Die effizienten Energielösungen der STEAG New Energies tragen zum Gelingen der Energiewende in Deutschland bei und leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz.“ Die BHKW sind ein Baustein hierzu. Sie nutzen durch Kraft-Wärme-Kopplung den Brennstoff besonders effizient aus. Schon nach Inbetriebnahme der BHKW kann Ford in Saarlouis seinen Strombedarf weitgehend aus eigener Erzeugung decken und so Kosten sparen. Von der Investition profitiert auch das Klima, wie Karl Anton, Director Vehicle Operations Ford of Europe, betont: „Ford hat umfassende globale Strategien und Ziele für die Minderung der Umweltbelastung. Dazu zählt unter anderem, dass der CO2-Ausstoß pro hergestelltem Fahrzeug bis zum Jahr 2025 und gegenüber 2010 um 30 Prozent reduziert werden soll. Mit dem neuen BHKW tragen wir hierzu bei.“ Von dem neuen Energiekonzept profitiert aber auch die Region, denn immerhin beschäftigt das Saarlouiser Ford-Werk rund 6.200 Menschen und zählt damit zu den größten Arbeitgebern des Saarlands.

Sicher und effizient mit Strom und Wärme versorgt

Die BHKW finden ihren Platz am Standort des ehemaligen Heizwerkes. Hier wurden bestehende Kessel älterer Bauart durch die SNE demontiert; die Arbeiten dazu haben im Oktober 2015 begonnen. Das Heizwerk wurde darüber hinaus um einen Anbau erweitert, um Platz für die neuen Anlagen zu schaffen. Die BHKW mit einer Leistung von je rund 4,4 MWel produzieren Strom und Wärme und speisen diese direkt in das Werksnetz ein. Die künftig dort produzierte Strommenge würde ausreichen, um die 60.000 Einwohner von Saarlouis und Dillingen zu versorgen. Zur Versorgung der BHKW mit Erdgas baut die SNE eine Hochdruckleitung sowie eine Übergabestation. Die Gesamtanlage wird in das Fernwärmenetz des FVS integriert. Es nimmt überschüssige Wärme der BHKW-Anlagen auf und sichert umgekehrt die Versorgung bei Spitzenlast oder Ausfällen. Die gesamte Energiezentrale wird von der Leitwarte der SNE in Saarlouis aus ferngesteuert.

Technische Daten Energiezentrale:

  • 5 baugleiche Motoren, Gesamtleistung: rund 22 MWel und rund 20 MWth
  • Erdgasbedarf: zirka 365.000 MWh/a
  • Stromproduktion: rund 149.000 MWh/a (zur Eigenversorgung des Ford-Werkes)
  • Wärmeproduktion: zirka 138.000 MWh/a
  • Absicherung und Deckung des Gesamtwärmebedarfs des Ford-Werkes von rund 155.000 MWh/a durch FVS bei Nutzung der im Werk produzierten Wärme

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STEAG New Energies Ford 08042016(48 K)
STEAG Ford BHKW 21(1.1 M)
STEAG Ford BHKW 28(1.4 M)
STEAG Ford BHKW 29(1.2 M)
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