04.11.2015STEAG investiert in Versorgungsstabilität: Neuanschaffung von sechs Großbatteriesystemen mit zusammen 90 MW

Investition von rund 100 Mio. Euro // Vermarktung von Primärregelenergie // Wirtschaftliches Projekt ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln


Essen. Mit dem Beschluss einer Investition von rund 100 Mio. Euro in sechs Großbatteriesysteme strebt STEAG eine Vorreiterrolle bei der Etablierung von Batteriespeichern und der Vermarktung der darin gespeicherten Energie in Deutschland an. Im Zeitraum von Mitte 2016 bis Anfang 2017 sollen an sechs deutschen Kraftwerksstandorten der STEAG in Herne, Lünen und Duisburg-Walsum (alle in Nordrhein-Westfalen) sowie in Bexbach, Fenne und Weiher (alle im Saarland) die Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis mit jeweils 15 MW Leistung (Gesamtleistung von 90 MW) in Betrieb genommen werden. Durch die Nutzung der vorhandenen Standorte können Synergien in der Infrastruktur genutzt und somit die Investitionskosten gering gehalten werden.

Die Großbatterien sollen für die Erbringung von Primärregelleistung eingesetzt werden – einer von den Übertragungsnetzbetreibern wöchentlich ausgeschriebenen Dienstleistung zur Stabilisierung des Stromnetzes. Die Primärregelung dient dazu, die Netzfrequenz zu stabilisieren, wenn es zu kurzfristigen Schwankungen (z.B. durch ungleichmäßige, von der Prognose abweichende Einspeisung Erneuerbarer Energien, durch Kraftwerksausfall oder Verbrauchsschwankungen) im Stromnetz kommt. Die sechs Anlagen werden unabhängig von den Kraftwerken der STEAG betrieben und können vollautomatisch in wenigen Sekunden bei einem Überangebot an Energie das Stromnetz entlasten und im umgekehrten Fall Energie ins Netz einspeisen.

Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEAG GmbH, erläutert die Entscheidung zur Investition: „Speicher und die Schaffung von Flexibilität sind wesentliche Elemente für die Realisierung der Energiewende in Deutschland. STEAG hat sich deshalb entschlossen, diese Investition in Großbatterien für den Einsatz im Regelenergiemarkt und ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln zu realisieren.“ Die Großbatterien der STEAG werden die aktuell gültigen Kriterien der Leistungserbringung für Batteriespeicher in der Primärregelung, unter anderem eine Mindesterbringung von 30 Minuten, erfüllen. Damit kann STEAG eine Vorreiterrolle bei der Etablierung und Vermarktung von Großbatterien übernehmen. Hierbei spielen eine schnelle Umsetzung und ein möglichst früher Markteintritt für STEAG eine entscheidende Rolle.

„Wir glauben darüber hinaus, dass zukünftig die Erneuerbaren Energien mehr Verantwortung für die Versorgungssicherheit tragen und dafür mehr gesicherte Leistung am Energy-Only-Markt zur Verfügung stellen müssen. Batteriesysteme, verbunden mit breiter energiewirtschaftlicher und technischer Kompetenz, über die wir verfügen, sind auch hierfür ein Schlüssel“, so Rumstadt weiter.

STEAG hat bereits mit dem am Kraftwerk Völklingen-Fenne installierten LESSY-System eine Großbatterie (1 MW Leistung) erfolgreich im Markt für Regelenergie eingeführt. „Die Erfahrungen und das Know-how aus diesem Projekt wollen wir nun für die Investition in mehrere Großbatterien nutzen und damit einen weiteren Meilenstein bei der Umsetzung unserer Strategie erreichen“, betont der STEAG-Chef.

Der im Rahmen des Forschungsprojekts Lithium-Elektrizitäts-Speicher-System, kurz LESSY, mit Unterstützung des BMWi entwickelte Großbatteriespeicher hatte im Februar 2014 seinen kommerziellen Betrieb im STEAG-Kraftwerk Völklingen-Fenne aufgenommen und war damit bundesweit einer der ersten Lithium-Ionen-Batteriespeicher, der für die Netzstabilisierung zugelassen wurde.

Der Einsatz und die Vermarktung der Großbatterien wird über die Optimierungsplattform der STEAG durch den Handelsbereich Trading & Optimization erfolgen. Über diese Plattform optimiert STEAG den Einsatz aller zentralen und dezentralen Anlagen aus dem eigenen Portfolio und auch für andere Partner im Energiemarkt.


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